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Fachübungsleiter Hochtouren - Eiskurs

Taschachhaus Juli 2010

Hier die Kurzzusammenfassung des Fachübungs-leiterkurses Hochtouren:

10 Tage lang pickelten wir uns unter Anleitung von Jörn Heller und Max Bolland durchs Eis rund ums Taschachhaus. War kein Eis da kletterten wir eben im klassischen Ötztal-Bruch. Eine gute Woche mit einem tollen Team.

Wichtig dazuzusagen ist: Hans Hockes Schauermärchen am Ende des Felskurses, wie knüppelhart der Eiskurs werden würde haben sich in keinster Weise bestätigt. Der Kurs ist sicher anspruchsvoll, vor allem konditionell (5 Touren, alle um die 10 Stunden; Ruhetage haben den Namen nicht wirklich verdient) aber durchaus machbar, Am Montag begann die ganze Sache mit Steigeisengehen und nicht enden wollenden Varianten der Vertikalzackentechnik. Tip hier: Aufpassen! Die Vertikalzackenprüfung zum Kursende hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht- nicht nur mich glaube ich :). Am Ende des Tages sprangen noch ein paar Toprope-Längen im Eis raus und das Team hatte schonmal eingermassen zu sich gefunden.

Dienstag dann die erste der drei Übungstouren in denen auch immer wieder reichlich Input zur Führungstechnik gegeben wurde: Überschreitung Pitztaler Urkund. Die eine Gruppe von Nord nach Süd, die andere eben gegenläufig.Das Gelände sollte für den Felsteil durchaus typisch sein: meist waren wir so im 2. Grad auf den Gratanstiegen der umliegen Berge unterwegs. Gletscher oder Firnflanken inkl. recht spannender Abstiege wurden gerne mitgenommen. Mit brüchiger Kletterei sollte man zurechtkommen.

Am Mittwoch gleich die zweite Übungstour: Nördliche Sexegertensiptze über die Nordflanke und dann Überschreitung zur südlichen Sexegertenspitze. Abstieg über den Sexegertenferner. Donnerstag dachten dann alle an Ruhetag. War auch zeitweise so: Lose Rolle und Selbstrettung 50m von der Hütte entfernt.

Dann aber nach kurzer Pause recht sportlicher Anstieg zum Urkundsattel wo sich die Teilnehmer dann reihum in die Spalte werfen durften um den oben gebliebenen Kollegen die Gelegenheit zu geben ein paar Meter durch den nassen Firn gezogen zu werden. Ich hatte jedenfalls eine Heidenangst als ich da runter hüpfen musste...

Gut, Freitag dann Tourentausch: Die zweite Gruppe machte die Sexegertentour, wir übernahmen deren Tour: Petersenspitze-Nordflanke mit anschliessender Brochkogel-Überschreitung West nach Ost. Abstieg über den Taschachferner. Am nächsten Tag war dann das unvermeidliche gekommen: Vertikalzacken-, Steileis- und Theorieprüfung. Die Vertikalzackenprüfung ist ein ca. 3 Minütiger Parcours auf dem mehr oder weniger zwingend alle möglichen Vertikalzackentechniken demonstriert werden sollen, die Steileisprüfung war eine senkrechte Spaltenwand in der zwei Schrauben noch selbst zu setzen waren (Wandhöhe ca. 12m). Die Theorieprüfung erinnerte stark an die des Grundkurses und griff natürlich die theoretischen Inputs des Kurses, aber auch Inhalte des Felskurses (erste Hilfe, Umweltbildung) auf.

Weiter mit den Prüfungen: Bei den Prüfungstouren sollte immer ein Teilnehmer führen, ca. alle Stunde wurde gewechselt. Wann es einen erwischte war vorher nicht klar. Zunächst einmal wurde das Wetter schlecht sodass die Überschreitung der Bliggspitze komplett im Nebel absolviert wurde. Wir gingen den Südgrat rauf, den Ostgrat runter, seilten dann auf den Ölgrubenferner ab und tappten fortan wegen der schlechten Sicht erstmal in die falsche Richtung ziemlich langsam zum Abendessen. Kompliment an die Kollegen die den Zu -und Abstieg führen mussten, das war nicht einfach. Die zweite Prüfungstour wurde wieder mit der anderen Gruppe getauscht: Eiskastenspitze über Südostgrat und Abstieg über den Mittleren Eiskastenferner. Diesmal wieder bei Traumwetter!

Fazit: eine lohnende Woche. Neue Bekanntschaften von denen ich hoffe das die eine oder andere zu einer Freundschaft wird. Das ist das wichtigste. Das zweitwichtigste: Ich habe wieder eine Menge grosser und kleiner Tricks von unseren Gurus abschauen können und hatte auch den erhofften Spass.Jetzt freue ich mich darauf nächstes Jahr meine ersten Touren zu führen. Im Februar gehts los mit einem Eiskletterkurs und dem Häselgehrfall. Mehr Fotos und einen weiteren Bericht gibt es übrigens auf Mimis Blog beim Kaktusteam.