22. 6. 2018 – Piz Buin & Dreiländerspitze

22.06.2018 – Wiesbadener Hütte (Silvretta)

Die üblichen Verdächtigen? Fast! Eine Hochtouren-Aspirantin gesellt sich zur üblichen Bergtouren-Clique dazu: Annika will „es“ auch mal ausprobieren.

Wir starten am Freitag zu sechst Richtung Silvretta und parken an der Bielerhöhe. Vorbei am Stausee geht es hinauf zur Wiesbadener Hütte, die heute am 22. Juni für die 2018er Sommersaison öffnet.

Unerwartet voll ist es hier! Es sind wohl alle heiß auf Hochtouren. Da die ersten Hütten erst jetzt öffnen, drängt sich das Bergsteigerfeld auf die noch wenigen Optionen.

 

23.06.2018 – Piz Buin

Als „Halbpensionisten“ frühstücken wir comod um 6 und gehen gegen 6:45 Uhr über die grüne Kuppe Richtung Piz Buin. Alleine sind wir nicht! Aber das Feld zieht sich glücklicherweise; wir können relativ einsam unseren Weg beschreiten. Die Bedingungen sind gut, da alle Spalten noch zugeschneit sind und der Schnee sehr fest ist. Einzig die mitunter tiefen Mulden stören das einfache Dahingehatsche. Büßereis light jetzt auch in unseren Breiten?

Ohne Vorkommnisse treffen wir auf den Piz Buin Sattel, packen das Seil weg und folgen mit Steigeisen den Wegspuren auf den Piz Buin. Wir „wählen“ den sehr vereisten Kamin und freuen uns hier besonders über unsere Steigeisen. Für den Weg nach unten entscheiden wir uns lieber für die Abseilvariante weiter westlich – seilfrei über eine Eisglasur absteigen wäre uns dann doch zu heikel. Auf dem Gipfel ist es schön, mit phantastischem Panorama; aber auch sehr frisch dank steifer Briese.

 

23.06.2018 – Dreiländerspitze

Die etwas kürzere Tour um die Wiesbadener Hütte stellt sich bald als etwas anspruchsvoller heraus. Warum? Der Anstieg zum Westgrat ist steil und das Schneefeld an manchen Stellen etwas „morsch“. D.h. die Schneedecke trägt den Bergsteiger nur bedingt. Ein Einbrechen ist kräftezehrend und nervig. Die Querung von Ost nach West kann heikel sein – v.a. wenn noch keine Spur angelegt ist. Annika zeichnet sich allerdings durch starke Nerven aus und geht mutig voran um uns älteren Hasen den Weg zu Ebnen.

Die Kraxelei ist schön – mitunter ausgesetzt. Wir gehen alles mit Steigeisen, obwohl es dann doch nicht nötig gewesen wäre. Die letzten 30 m über einen ausgesetzten Grat sparen wir uns, weil a) nur eine Gruppe von ca. 6 Personen auf dem Gipfel Platz hat, b) bereits mehrere Seilschaften diesseits und jenseits stehen, c) eine Sicherung ab und wieder aufgebaut werden müsste…. Zu viel Zeit für wenig alternative Perspektive. Wir klettern wieder nach unten – schließlich wollen wir heute wieder nach Hause fahren.

Auf dem Abstieg über das Schneefeld passiert dann das Unvorhergesehene: ich breche mit dem linken Bein durch die Schneedecke und rutsche mit dem rechten Bein nach. Blöderweise ramme ich mir dabei das Steigeisen in meine Wade. Schade!

Die Bergkameraden reagieren professionell mit Druckverband, Bein hoch, Transport im Biwaksack…. Bis wir auf der Wiesbadener Hütte eintreffen. Dort werde ich schließlich vom Hubschrauber ins Zamser Krankenhaus geflogen, wo man meine Fleischwunde ebenfalls professionell zweitversorgt. Die Kameraden sammeln mich auf dem Weg nach Hause wieder ein.

Ein schönes Wochenende mit unvorhergesehenem – aber glücklichem – Ende! In dieser Runde gerne wieder. Aber ohne Fleischwunde….